FUCHSTHONE Premiere (2019)

PROGRAMM

Im November 2019 ist es nach langer Vorbereitungszeit endlich soweit: Das FUCHSTHONE ORCHESTRA feiert mit einer Tour von vier Konzerten Premiere!

Die Besetzung am 19.11. 2019 im Stadtgarten:

Caroline Thon, Christina Fuchs (composition, conduction, arrangement),
Roger Hanschel, Theresia Philipp, Matthew Halpin, Jens Böckamp, Susanne Weidinger (saxophone, clarinets, flutes),
Christian Mehler, John-Denis Renken, Matthias Bergmann, Matthias Knoop, Heidi Bayer, (trumpets),
Philipp Schittek, Matthias Schuller, Matthias Muche (trombones),
Wolf Schenk (basstrombone, tuba),
Zuzana Leharovà (violin),
Filippa Gojo (voice),
Laia Genc (piano),
Andreas Wahl (guitar),
Alex Morsey (bass),
Jens Düppe (drums),
Eva Pöpplein (electronics, live samples)

Schon in diesem allerersten Programm haben Caroline Thon und Christina Fuchs neue Werke mit Elektronik für diese Besetzung geschrieben und gleichzeitig bestehende Kompositionen weiterentwickelt. Die Konzerte sind ein grandioser Erfolg beim Publikum und der Presse. Grund genug, dieses Großprojekt weiterzuführen.

 Folgende Stücke stehen auf dem Programm:

1) 1. SUITE High Fidelity of Materialism – what about the Nature?
(Komposition: Caroline Thon)

Part I Ouvertüre
Part II The Beauty
Part III Materialism/The Black Swan
Part IV Reprise „Tsueltrim“

Eine 4-teilige Suite „High Fidelity of Materialism“

Die OVERTÜRE stellt die Hauptmotive vor.
Der 2.Satz THE BEAUTY ist eine Ode an die Natur und beschreibt das staunende Entzücken, zum Beispiel einen plätschernden Bach im Sonnenlicht erleben zu dürfen. Dazu erklingen Zitate des lateinischen Dichters Lucretius, die dessen Eternalismus aber in Frage stellen sollen. Im Gegensatz dazu erklingt die Melodie einer Langlebenspraxis aus dem tibetischen Buddhismus, in der es um die Ausgewogenheit der fünf Elemente Wasser, Feuer, Erde, Luft und Eisen (Raum) geht.

In der Transmission zum 3.Satz MATERIALISM mit Adaptionen aus der Techno-Musik wird die Bedrohung jeglichen Lebens durch die Kälte unserer materialistisch geprägten Welt beschrieben. Der Techno mündet in martialisch anmutende Klänge, die an Krieg erinnern sollen.

In der klassischen REPRISE als Schlußsatz wird nach dem Ausklingen der im 3.Satz vertonten Zerstörung musikalisch an das Mitgefühl appelliert. Das dies nicht immer ganz einfach ist, zeigt sich unter anderem in der Verwendung des sich ständig verschiebenes 7/4-Taktes in Form eines Canons. Am Ende kommt noch einmal Lucretius mit einem berühmten Zitat zu Wort, das Ansinnen hier ist aber die Grundaussage des Eternalismus, das aus Nichts nichts wird, selbst nicht durch Willen der Götter zu verneinen.

Video: „The Beauty“ Part II (16:51)

Caroline Thon:

„Ein großer Traum war die Verwirklichung meiner 4-teiligen Suite HIGH FIDELITY OF MATERIALISM, die durch politische Aktionen und meienr Mitarbeit an Hörspielproduktionen geprägt ist.“

2) ICELAND
(Komposition: Christina Fuchs)

Bearbeitung des aktuellen Themas Klimakrise, das Abschmelzen der Gletscher in Island, insbesondere der in 2019 abgestorbene Gletscher Oksjökull.

Gleichzeitig eine Hommage an Greta Thunberg und ihre mutige Rede vor dem europäischen Parlament am 16.4.2019.

Christina Fuchs:

„Es ist mir wichtig, hör- und fühlbar zu machen, was geschieht z.B. wie das Eis schmilzt, die Dramatik der Vorgänge in Musik umzusetzen.“

Okjoekull Gedenktafel

Photo by C.Fuchs

3) IS IT YOU?
(Komposition: Caroline Thon)

Inspiriert durch die Komposition „The Unanswered Question“ von Charles Ives (1874-1954) thematisiert diese Komposition die Frage, wie es dazu kommt, dass zwei Menschen sich gegenseitig erkennen und „Ja“ zueinander sagen. Vergeblich geschriebene Liebesbriefe werden hier als eigene Klangquellen entdeckt.

Charles Edward Ives 1913_part

Photo: Anonym, CharlesEdwardIves1913 part, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

4) NEWTONS CRADLE
(Komposition: Christina Fuchs)

Fünf kleine Stahlkugeln hängen an einem Metallgestell, eine Zeitlang fehlte so ein Accessoire auf keinem Büroschreibtisch: das Kugelstoßpendel oder „Newton’s Cradle“ – einfach und genial zugleich.

Lässt man eine Kugel gegen die restlichen vier prallen, schwingt auf der anderen Seite eine Kugel hoch, nimmt man zwei, schwingen zwei nach oben: Das Newton’sche Gesetz zur Energieerhaltung, Ursache und Wirkung, Impuls und Energie

Christina Fuchs:

„… und diese physikalischen Gesetze wurden 2014 ganz real für mich: diese Komposition hat mir den WDR Jazzpreis beschert!“

5) POSCHTI
(Komposition: Christina Fuchs)

Eine Hommage an den Schweizer Postbus, liebevoll in schwyzerdütsch Poschti genannt. In den Bergen hupt der Busfahrer in jeder Serpentine als Warnung für den Gegenverkehr einen A-Dur Dreiklang!

 

Christina Fuchs:

„Ich konnte es kaum glauben und vor allem nicht der Versuchung widerstehen, daraus ein Stück zu schreiben.“

6) TEXTURES OF MEMORY
(Komposition: Christina Fuchs)
  • Wie funktioniert die neuronale Verschaltung im Gehirn, wie funktioniert Erinnerung bezogen auf musikalische Parameter?
  • Erkennt das Gehirn ein musikalisches Motiv in völlig anderer Gestalt wieder oder nicht?
  • Erkennt das Gehirn, dass das Stück nur aus einem kleinen Motiv und Akkord gebaut ist, nur in verschiedenen Formen und Gestalten?

Fragen, die Christina Fuchs in diesem Stück wie in einem Feldversuch anwendet.

Postauto Simplonpass
Photo: User Ancheta Wis on en.wikipedia, 1543, Andreas Vesalius‘ Fabrica, Base Of The Brain, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
7) KRONOS
(Komposition: Christina Fuchs)

Christina Fuchs:

„Das Thema „Zeit“ fasziniert mich schon länger. Hier wird es hörbar durch die Sounds von Kirchenglocken, das Ticken einer Uhr, die das Timing dieser Komposition vorgeben.“

Mediaecho:

„Bei aller Komplexität des großorchestralen Geschehens bleibt es doch immer noch Jazz, wie er sich nicht zuletzt in improvisierten Soli authentisch ausdrückt. Diese Chance für eigene Soli mag dazu beitragen, dass im Orchester eine überaus kollegiale Atmosphäre gegenseitiger Wahrnehmung und Achtung vorherrscht…“
Dietrich Schlegel

www.jazzzeitung.de

„Kaum zuvor war die stilistische Bandbreite variantenreicher, das Klangspektrum vielfältiger, vitaler und experimentierfreudiger.
Nun präsentiert sich das Fuchsthone Orchestra als neues, musikalisch ausgedehntes Sternbild am Big-Band-Firmament. Dafür haben die Komponistinnen, Arrangeurinnen und Musikerinnen Christina Fuchs und Caroline Thon ihren Klangkörper sensationell gut besetzt…“
Horst Peter Koll

Kölner Stadtanzeiger

„Zwei gestandene Saxophonistinnen und Komponistinnen mit langjährigen Erfahrungen in der Leitung von großen Klangkörpern, bilden nun eine weibliche Doppelspitze. Durchaus ein gutes Zeichen. Das Ensemble besteht aus 22 vielfach ausgezeichneten MusikerInnen. Es gehören auch für eine klassische Big Band ungewöhnliche Instrumente, wie Geige und Elektronik, dazu….“

Uwe Bräutigam

www.nrwjazz.net

„Überraschend frisch sind ihre Ideen für ein neues, gemeinsames Ensemble, das mit Elektronik als tragendem Element weit über die Begriffe Big Band und zeitgenössischen Jazz hinaus geht….“
Kölner Jazz Konferenz e.V.

www.jazzstadt.de

„Christina Fuchs und Caroline Thone haben ihre Kräfte gebündelt und das FUCHSTHONE ORCHESTRA gegründet…“

Thomas Mau im Interview mit den beiden Gründerinnen

WDR3 - Jazz & World

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