FUCHSTHONE RELOADED#2 (2021)

PROGRAMM

Mehrfach verschoben aufgrund der Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie findet das zweite Konzert der Reihe „FUCHSTHONE reloaded“ schließlich am 27. August 2021 statt. In diesem Konzert stehen besonders die elektronischen Tonkollagen unserer Soundkünstlerin Eva Pöpplein im Mittelpunkt.

Die Besetzung am 27.8. 2021 im Stadtgarten:

Caroline Thon, Christina Fuchs (composition, conduction, arrangement),
Martin Gasser, Julian Bossert, Francois Ribeaupierre, Benjamin Steil (saxes),
Christian Mehler, John-Denis Renken, Matthias Bergmann (trumpets),
Philipp Schittek, Matthias Schuller (trombones),
Wolf Schenk (basstrombone, tuba),
Zuzana Leharovà (violin),
Filippa Gojo (voice),
Laia Genc (piano),
Andreas Wahl (guitar),
Alex Morsey (bass),
Jens Düppe (drums),
Eva Pöpplein (electronics, live samples)

Für dieses Programm entwickelten Caroline Thon und Christina Fuchs ihre Kompositionen aus den Impressionen, die die elektronischen Klänge und Soundcollagen bei ihnen auslösten. Folglich erhält Eva Pöpplein solistisch besonders viel Raum bei den Stücken. Zudem wird das erste Mal mit Live-Samplings gearbeitet: akustische Klänge werden live nach dem improvisatorischen Prinzip verfremdet. Dies bedeutet eine neue Klangerfahrung für alle beteiligten Musiker, die live auf die verfremdeten Klänge reagieren müssen. Die dazu erforderlichen technischen Voraussetzungen wurden erfolgreich eingeführt und eröffnen weitere Klangexperimente, die noch lange nicht zu Ende gedacht sind.

Auch bei diesem Konzert wird wieder das Prinzip verfolgt, bereits bestehende Kompositionen weiterzuentwickeln, beziehungsweise Kompositionen aufzuführen, deren kompositorischer Prozess noch nicht abgeschlossen ist.

Folgende Stücke stehen auf dem Programm:

1) SUITE THE TRUTH OF J.P.S. – PART I-III
(Komposition: Caroline Thon)

Ein Appell, dem französischen Existentialisten Jean-Paul Sartre zu beweisen, dass er mit seinem negativen Blick auf den Menschen Unrecht hat!

PART I „Closed Society“
Angelehnt an das Bühnendrama „Geschlossene Gesellschaft“ wird die Auseinandersetzung und Bedrohung durch diesen negativen Blick vertont. Zu hören sind Zitate aus dem Bühnendrama des Hauptprotagonisten „Garcin“.

PART II „Naisser“
(Weiterentwicklung des 1.Entwurfs der Komposition „Naisser“)
Zunehmende Aggressionen äußern sich durch martialische Bläsersätze und ein rockiges Gitarrensolo. Dies gleicht einer Beschreibung, wie es ausgehen könnte, wenn Jean-Paul Sartre mit seinem pessimistischen Blick auf die Menschheit recht behalten sollte.

PART III „Conclusion“
Als klassischer Schlusssatz einer dreisätzigen Suite folgt ein langsamer Satz und es erklingt hier die Gegenposition. Nämlich wie es sein könnte, wenn wir uns auf folgende Worte des buddhistischen Meisters Dilgo Kyentse Rinpoche einlassen würden:

„Es ist unser Geist, der uns entweder fesselt oder befreit“.

Photo: AdobeStock 355673361

2) YVES.KLEIN.BLAU (IKB)
(Komposition: Christina Fuchs)

Yves Klein, der französische Konzeptkünstler, ist vor allem bekannt für seine monochromen Bilder, in denen er vornehmlich ein monochromes Ultramarinblau benutzte, das er sich schließlich unter der Bezeichnung „International Klein Blue“ patentieren ließ.

Der farbpsychologische Effekt dieses Blautons besteht in der Sogwirkung auf den Betrachter, der sich förmlich in das Bild hineingezogen fühlt… die Musik, die dazu entstanden ist, entfaltet dieselbe Wirkung.

Ein Zitat von Yves Klein kommt in dem Stück vor: Er beschwert sich darüber, dass die Vögel beim Herumfliegen Löcher in sein bestes Kunstwerk machen, nämlich in den wolkenfreien, blauen Himmel.

Photo by C.Fuchs

3) SUITE STRUCTURES I-VI
(Komposition: Christina Fuchs)

Die Komposition basiert auf sechs abstrakten Fotografien, die natürliche Strukturen abbilden. Dazu werden elektronische Sounds assoziiert und musikalische Strukturen komponiert.

Ganz im Sinne eines Gesamtkunstwerkes werden die Sounds und Assoziationskompositionen in die Form einer mehrteiligen Suite gebracht.

Photo by C.Fuchs

4) MAMOIADA
(Komposition: Christina Fuchs)

Mamoiada ist ein Ort in der Provinz Nuoro auf Sardinien. Von dort stammt der traditionelle Volkstanz „Passu Torrau“. In derselben Gegend ist auch eine Gesangstradition heimisch, die aus vier Tenören besteht.

Das Stück ist von der Version „Passu Torrau“ des Quartetts „Tenore Gòine de Núgoro“ inspiriert.

2016 hat Christina Fuchs dort den 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb „Scrivere in Jazz“ für Jazzorchestra gewonnen und ist auf diese Weise in Kontakt mit der Region gekommen.

Photo by C.Fuchs

FUCHSTHONE RELOADED#2

Mit der Konzertreihe RELOADED# verfolgt das FUCHSTHONE ORCHESTRA in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Jazz und Aktuelle Musik / Stadtgarten Köln die konsequente Weiterbearbeitung ihrer Kompositionen in direktem Austausch mit dem Orchester.

Pressestimmen:

„Das Fuchsthone Orchestra ist keine Repertoire Band, sondern eine live Band, die bei jedem Auftritt neue Musik vorstellt, bzw. vorhandene Stücke neu bearbeitet.“
Uwe Bräutigam

nrwjazz.net

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