„Mächtige Klänge“ – Bonner Generalanzeiger über Large Ensembles

Interview von T. Kölsch mit C. Thon und C. Fuchs | Wochenendausgabe vom 18. Apr. 2026

Large Ensembles und Bigbands feiern seit Jahren ein Comeback. Für die Musiker ist die Arbeit mit dem Großverband reizvoll, wirtschaftlich ist sie eine permanente Herausforderung.

„Für uns selbst ist die Arbeit mit unserem Orchester sehr erfüllend, weil wir eine Art Spielwiese öffnen.“

Manchmal muss man einfach groß denken. Expansion statt Reduktion. Vielfalt statt Einschränkungen. Die Wirkung ist manchmal bemerkenswert, auch und vor allem im Bereich der Musik. Insbesondere in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren sind in Deutschland einige hochkarätige Jazz-Orchester und Large Ensembles aus dem Boden geschossen, die innerhalb einer größeren Gemeinschaft die Balance zwischen kollektivem Spiel und eigenwilliger Solo-Arbeit pflegen, neue Akzente setzen und sich vor allem stilistisch nicht länger einschränken lassen. Erlaubt ist, was klingt. Keine Spur mehr vom gewohnt gefälligen, aber manchmal etwas beliebigen bekannten Bigband-Sound – zu erleben beim Bonner Jazzfest.
Die Inspirationen dieser Großformationen reichen von Weltmusik über Rock bis hin zu Techno und avantgardistischer Experimentalmusik. Zugegeben, das gilt für so ziemlich jede zeitgenössische Jazz Besetzung – aber ein Large-Ensemble muss man sich erst einmal leisten können, insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Wie und dass dies gelingen kann, zeigt unter anderem das Fuchsthone Orchestra, das mit Live-Samples und Streicherklängen ein musikalisches und gesellschaftliches Zeichen setzt. Zusammen mit dem UMO Helsinki Jazz Orchestra beendet es in diesem Jahr das Jazzfest Bonn.
Insbesondere für Komponisten ist die Arbeit mit einem Large Ensemble reizvoll. „Die Summe der Instrumentierungen und der Klangfarben ist schon toll“, betont Caroline Thon, eine der beiden Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra, „wir verfügen über eine viel größere Palette an Ausdrucksmöglichkeiten.“ Vor allem aber ist es ein Gemeinschaftsprojekt. „Ich liebe einfach die Arbeit mit Menschen im Team“, erklärt Thon. „Komponieren beinhaltet auch das einsame Schreiben im stillen Kämmerlein und dabei gehe ich auch durchaus durch so manche Tränentäler …“

„Mächtige Klänge“ – Bonner Generalanzeiger über Large Ensembles

Interview von T. Kölsch mit C. Thon und C. Fuchs | Wochenendausgabe vom 18. Apr. 2026

Large Ensembles und Bigbands feiern seit Jahren ein Comeback. Für die Musiker ist die Arbeit mit dem Großverband reizvoll, wirtschaftlich ist sie eine permanente Herausforderung.

„Für uns selbst ist die Arbeit mit unserem Orchester sehr erfüllend, weil wir eine Art Spielwiese öffnen.“

Manchmal muss man einfach groß denken. Expansion statt Reduktion. Vielfalt statt Einschränkungen. Die Wirkung ist manchmal bemerkenswert, auch und vor allem im Bereich der Musik. Insbesondere in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren sind in Deutschland einige hochkarätige Jazz-Orchester und Large Ensembles aus dem Boden geschossen, die innerhalb einer größeren Gemeinschaft die Balance zwischen kollektivem Spiel und eigenwilliger Solo-Arbeit pflegen, neue Akzente setzen und sich vor allem stilistisch nicht länger einschränken lassen. Erlaubt ist, was klingt. Keine Spur mehr vom gewohnt gefälligen, aber manchmal etwas beliebigen bekannten Bigband-Sound – zu erleben beim Bonner Jazzfest.
Die Inspirationen dieser Großformationen reichen von Weltmusik über Rock bis hin zu Techno und avantgardistischer Experimentalmusik. Zugegeben, das gilt für so ziemlich jede zeitgenössische Jazz Besetzung – aber ein Large-Ensemble muss man sich erst einmal leisten können, insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Wie und dass dies gelingen kann, zeigt unter anderem das Fuchsthone Orchestra, das mit Live-Samples und Streicherklängen ein musikalisches und gesellschaftliches Zeichen setzt. Zusammen mit dem UMO Helsinki Jazz Orchestra beendet es in diesem Jahr das Jazzfest Bonn.
Insbesondere für Komponisten ist die Arbeit mit einem Large Ensemble reizvoll. „Die Summe der Instrumentierungen und der Klangfarben ist schon toll“, betont Caroline Thon, eine der beiden Leiterinnen des Fuchsthone Orchestra, „wir verfügen über eine viel größere Palette an Ausdrucksmöglichkeiten.“ Vor allem aber ist es ein Gemeinschaftsprojekt. „Ich liebe einfach die Arbeit mit Menschen im Team“, erklärt Thon. „Komponieren beinhaltet auch das einsame Schreiben im stillen Kämmerlein und dabei gehe ich auch durchaus durch so manche Tränentäler …“

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Der WDR berichtet über die Dortmunder Jazztage vom 15.11.2024: Fuchsthone Orchestra meets Media Artist Claudia Schmitz.
Zu hören sind Ausschnitte von unserem Konzertprogramm „Reloaded #6“.
Die Sendung wird moderiert von Thomas Mau.