Echo Chambers (2022)

Echo Chambers (2022)

Echo Chambers (2022)

PROGRAMM

Mit der romanischen Nacht des „Romanischen Sommers“ findet am 24. Juni ein ganz besonderer Konzertabend in Köln statt. Als „Grande Finale“ der Konzertwoche präsentiert FUCHSTHONE das Programm „ECHO CHAMBERS“ in der größten romanische Kirche der Stadt, in St. Maria im Kapitol.

 

Die Besetzung am 24.06.2022:

Caroline Thon, Christina Fuchs (composition, conduction, arrangement),
Roger Hanschel, Martin Gasser, Veit Lange, (saxophone, clarinets, flutes),
Matthias Knoop (trumpets),
Matthias Schuller (trombones),
Zuzana Leharovà (violin),
Filippa Gojo (vocal),
Andreas Wahl (guitar),
Alex Morsey (bass),
Jens Düppe (drums)

FUCHSTHONE ORCHESTRA Photo by Steve Bauch

Photo by Reinhard Doubrawa

Die Organisator*innen des Romanischen Sommers haben Caroline Thon und Christina Fuchs dafür mit einem kleinen Kompositionsauftrag ausgestattet. Und so besteht das zweiteilige Programm mit dem eigentlichen Titel „Inner & Outer Echo Chambers“ ausschließlich aus Neukompositionen mit Uraufführungen, gespielt vom  FUCHSTHONE CHAMBER ORCHESTRA – quasi als „Kammerorchester“ in kleiner Besetzung.

Folgende Stücke stehen auf dem Programm:

PART 1 – INNER & OUTER ECHO CHAMBERS
(Komposition: Caroline Thon)

Bei dieser Uraufführung wird die Kirche St. Maria im Kapitol mit ihrem ganz besonderen Raumklang zum musikalischen Abbild des Wechselspiels zwischen äußeren Ereignissen und innerem Erleben.
Was sich im Außen ereignet, erzeugt einen Widerhall in unserem Inneren. Als Echo des Erlebten beeinflusst dies unsere nächsten Erfahrungen, Wahrnehmungen und daraus resultierende Handlungen. Oder wie es der griechische Philosoph Heraklit ausdrückte: „ Panta Rhei – Alles fließt“.
Eine wichtige Rolle spielt dabei, inwieweit wir fähig oder willens sind, über das Erlebte zu reflektieren.
Als Analogie dazu spricht man in der Lehre vom Schall (Akustik) von ersten-, zweiten- und vielfältigen Reflektionen, die unsere akustische Wahrnehmung von Echo und Hall beeinflussen. So durchläuft auch unser Erleben ein mehr oder weniger bewusstes Reflektieren in verschiedenen Phasen. Diese Analogie musikalisch abzubilden ist das Thema der 3 Sätze zusammengefasst unter dem Titel „Echo Chambers-Reflexionen“:
1.Reflektion – Outside
2.Reflektion – Inside
3.Reflektion – Panta Rhei

FUCHSTHONE ORCHESTRA Photo by Steve Bauch

Photo: Basilika St. Maria im Kapitol Köln, Provinzialverband der Rheinprovinz – Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Köln

PART 2 – INNER & OUTER ECHO CHAMBERS (Komposition: Christina Fuchs)

Das Echo (oder Widerhall) erschafft ein unsichtbares Netz an Reflektionen im Raum. Diese Magie entsteht in ganz besonderer Weise bei Part II dieser Uraufführung im Rahmen der romanischen Nacht in St. Maria im Kapitol. Die Musik ist ein frei fließendes, orchestrales Kunstwerk im Raum – die Kirche wird zum Echo Chamber, zur Cloud. Gleichzeitig verweist der Begriff auf einen metaphorischen Raum, in dem Aussagen verstärkt und Störgeräusche – etwa anderslautende Meinungen – geschluckt werden: die Bubble, in der wir uns bevorzugt aufhalten. Dieser scheinbare Widerspruch von innen und außen wird nicht aufgelöst, aber wo wäre er besser wahrnehmbar, als im Inneren einer Echo Kammer? Es liegt in der Natur des Echos, immer wieder zurückzukehren, so wie auch wir auf uns selbst zurückgeworfen werden: Home.
Echo Chambers „Cloud-Cluster“
1.Satz „Cloud“ 
2.Satz „Bubble„
3.Satz „Home“

Fran Cano Cabal, Icelandic landscapes, CC BY-SA 3.0

Photo Reinhard Doubraw

Mediaecho:

„… bereichert sie [das FUCHSTHONE ORCHESTRA] die Romanische Nacht in St. Maria im Kapitol mit einer Uraufführung: Der Romanische Sommer hat die Leiterinnen mit einem Kompositionsauftrag ausgestattet, für das Programm „Echo Chambers“ firmiert die Big Band unter Fuchsthone Chamber Orchestra….“

Horst Peter Koll

Kölner Stadtanzeiger

FUCHSTHONE RELOADED#4 (2022)

FUCHSTHONE RELOADED#4 (2022)

FUCHSTHONE RELOADED#4 (2022)

PROGRAMM

Im Mai 2022 findet unsere viertes Reihenkonzert RELOADED#4 statt und das schon kurz nach dem Showcase auf der Jazzahead in Bremen. Beiden Events (20.05. Wuppertal im LOCH, 22.05. Köln im Stadtgarten) ist gemein, dass es ein Best-of-Programm derjenigen Stücke beinhaltet, die wir im Juni 2022 in unserem ersten Studiorecording einspielen werden: Es geht also bei diesem Programm vorallem um das Spielen und Vertiefen vorhandener Kompositionen live vor Publikum.

Die Besetzung am 20.5.22 im LOCH in Wuppertal:

Caroline Thon, Christina Fuchs (composition, conduction, arrangement),
Roger Hanschel, Martin Gasser, Veit Lange, Jens Böckamp, Susanne Weidinger (saxophone, clarinets, flutes),
Christian Mehler, John-Denis Renken, Matthias Bergmann, Matthias Schwengler (trumpets),
Philipp Schittek, Lars Schuster, Matthias Muche (trombones),
Wolf Schenk (basstrombone, tuba),
Zuzana Leharovà (violin),
Barbara Barth (vocal),
Laia Genc (piano),
Andreas Wahl (guitar),
Alex Morsey (bass),
Jens Düppe (drums)

1) YVES.KLEIN.BLAU (IKB)
(Komposition: Christina Fuchs)

Yves Klein, der französische Konzeptkünstler, ist vor allem bekannt für seine monochromen Bilder, in denen er vornehmlich ein monochromes Ultramarinblau benutzte, das er sich schließlich unter der Bezeichnung „International Klein Blue“ patentieren ließ.

Der farbpsychologische Effekt dieses Blautons besteht in der Sogwirkung auf den Betrachter, der sich förmlich in das Bild hineingezogen fühlt… die Musik, die dazu entstanden ist, entfaltet dieselbe Wirkung.

Ein Zitat von Yves Klein kommt in dem Stück vor: Er beschwert sich darüber, dass die Vögel beim Herumfliegen Löcher in sein bestes Kunstwerk machen, nämlich in den wolkenfreien, blauen Himmel.

Photo by C.Fuchs

2) KHO BA
(Komposition: Caroline Thon)

„Kho Ba“ (korrekt geschrieben Khor Ba) ist der tibetische Begriff für „Samsara“. In dieser Komposition geht es um Vergänglichkeit und den immerwährenden Kreislauf von Geburt, Alter, Krankheit und Tod.
Im weiteren Sinne ist es auch eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation bedingt durch die Pandemie.

3) SUITE STRUCTURES I-VI
(Komposition: Christina Fuchs)

Die Komposition basiert auf sechs abstrakten Fotografien, die natürliche Strukturen abbilden. Dazu werden elektronische Sounds assoziiert und musikalische Strukturen komponiert.

Ganz im Sinne eines Gesamtkunstwerkes werden die Sounds und Assoziationskompositionen in die Form einer mehrteiligen Suite gebracht.

Photo by C.Fuchs

4) SUITE THE TRUTH OF J.P.S. – PART I-III
(Komposition: Caroline Thon)

Ein Appell, dem französischen Existentialisten Jean-Paul Sartre zu beweisen, dass er mit seinem negativen Blick auf den Menschen Unrecht hat!

PART I „Closed Society“
Angelehnt an das Bühnendrama „Geschlossene Gesellschaft“ wird die Auseinandersetzung und Bedrohung durch diesen negativen Blick vertont. Zu hören sind Zitate aus dem Bühnendrama des Hauptprotagonisten „Garcin“.

PART II „Naisser“
(Weiterentwicklung des 1.Entwurfs der Komposition „Naisser“)
Zunehmende Aggressionen äußern sich durch martialische Bläsersätze und ein rockiges Gitarrensolo. Dies gleicht einer Beschreibung, wie es ausgehen könnte, wenn Jean-Paul Sartre mit seinem pessimistischen Blick auf die Menschheit recht behalten sollte.

PART III „Conclusion“
Als klassischer Schlusssatz einer dreisätzigen Suite folgt ein langsamer Satz und es erklingt hier die Gegenposition. Nämlich wie es sein könnte, wenn wir uns auf folgende Worte des buddhistischen Meisters Dilgo Kyentse Rinpoche einlassen würden:

„Es ist unser Geist, der uns entweder fesselt oder befreit“.

Photo: AdobeStock 355673361

5) ICELAND III
(Komposition: Christina Fuchs)

Ein Re-Arrangement der Komposition ICELAND ganz im Sinne des Reloaded Konzeptes: neue Sounds, veränderte Schwerpunkte und SolistInnen geben dem Stück eine andere Erscheinungsform.

 

Christina Fuchs:

„Seit ich 2021 selbst in Island unterwegs war, auf einigen Gletschern herumgeklettert bin und field recordings gemacht habe, lässt mich das Thema nicht mehr los.“

6) THE BEAUTY – Part II
(Komposition: Caroline Thon)

Caroline Thon:

“ THE BEAUTY ist eigentlich der 2.Satz meiner 4-teiligen Suite HIGH FIDELITY OF MATERIALISM. Die Komposition ist eine Ode an die Natur und beschreibt das staunende Entzücken, zum Beispiel einen plätschernden Bach im Sonnenlicht erleben zu dürfen. Dazu erklingen Zitate des lateinischen Dichters Lucretius, die dessen Eternalismus aber in Frage stellen sollen.


Im Gegensatz dazu erklingt die Melodie einer Langlebenspraxis aus dem tibetischen Buddhismus, in der es um die Ausgewogenheit der fünf Elemente Wasser, Feuer, Erde, Luft und Eisen (Raum) geht.“

 

5-Elemente
Photo: File:Wuxing_fr.svg: Benoît Stella alias User:BenduKiwi derivative work: Ju gatsu mikka (^o^) appelez moi Ju (^o^), Wuxing de, CC BY-SA 3.0
7) MAMOIADA
(Komposition: Christina Fuchs)

Mamoiada ist ein Re-Arrangement der Komposition aus dem Programm RELOADED#1.

Mamoiada ist ein Ort in der Provinz Nuoro auf Sardinien. Von dort stammt der traditionelle Volkstanz „Passu Torrau“. In derselben Gegend ist auch eine Gesangstradition heimisch, die aus vier Tenören besteht.

Christina Fuchs:

„Das Stück ist von der Version „Passu Torrau“ des Quartetts „Tenore Gòine de Núgoro“ inspiriert. Da dieses Konzert ohne die elektronischen Einspielungen stattfand, habe ich die 4 Tenöre durch 4 Posaunen ersetzt.“

8) LEDNESIP
(Komposition: Caroline Thon)

In dieser Komposition ließ sich Caroline Thon durch die ganz eigenen Klangfarben der Barockmusik inspirieren.

Ein Zeitgenosse des großen Komponisten Johann Sebastian Bach und zugleich der bekannteste Violinvirtuose des Spätbarock, Johann Georg Pisendel (1687 – 1755), hatte eine Violin-Sonate (in D-Dur) komponiert, deren zweiter Satz (Larghetto) die Jazz-Komponistin durch wunderschöne Melodien und eine ganz eigene Harmonik besonders verzauberte.

Ein ineinander verwobenes Melodiegeflecht entwickelt sich scheinbar immer weiter und machte die Identifizierung bestimmter Formteile obsolet. Der Zauber der Musik reisst einfach nicht ab.

Die Komposition „Lednesip“ ist eine Adaption des „Larghetto“ für zeitgenössisches Jazzorchester.

Franke from the collection by Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Georg Pisendel, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Photo:  Franke from the collection by Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Georg Pisendel, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

FUCHSTHONE RELOADED#4

Mit der Konzertreihe RELOADED# verfolgt das FUCHSTHONE ORCHESTRA in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Jazz und Aktuelle Musik / Stadtgarten Köln die konsequente Weiterbearbeitung ihrer Kompositionen in direktem Austausch mit dem Orchester.

FUCHSTHONE RELOADED#3 (2021)

FUCHSTHONE RELOADED#3 (2021)

FUCHSTHONE RELOADED#3 (2021)

PROGRAMM

Nur ein paar Monate nach RELOADED#2 findet im Dezember 2021 schon das 3. Reihenkonzert „FUCHSTHONE RELOADED#3“ statt. Im Herbst 2021 hat sich das Orchester weiterhin intensiv mit dem Einsatz und der spielerischen Umsetzung von Elektronik im orchestralen Kontext beschäftigt. Leider muss aus gesundheitlichen Gründen dieses Konzert dann ohne unserer Expertin für elektronische Tonkollagen und Soundkunst (Eva Pöpplein) stattfinden.

Die Besetzung am 11.12.2021 im Stadtgarten:

Caroline Thon, Christina Fuchs (composition, conduction, arrangement),
Roger Hanschel, Martin Gasser, Veit Lange, Jens Böckamp, Susanne Weidinger (saxophone, clarinets, flutes),
Christian Mehler, John-Denis Renken, Matthias Bergmann, Matthias Schwengler (trumpets),
Philipp Schittek, Matthias Schuller, Matthias Muche (trombones),
Wolf Schenk (basstrombone, tuba),
Zuzana Leharovà (violin),
Barbara Barth (vocal),
Laia Genc (piano),
Andreas Wahl (guitar),
Alex Morsey (bass),
Jens Düppe (drums)

Sehr kurzfristig besinnt sich das Ensemble und seine Leitung auf seine improvisatorischen Fähigkeiten. Das das kompositorische Material wird spontan anders realisiert – ohne Soundcollagen und Computersamples.
Das Ergebnis ist ebenso verblüffend wie überzeugend: das Konzept, die Elektronik (Samples und Sounds) wie ein weiteres Instrument zu betrachten, funktioniert auch im Umkehrschluss: jedes Instrument kann man auch wie „Elektronik“ betrachten.

Folgende Stücke stehen auf dem Programm:

1) SEE THE TRUTH
(Komposition: Caroline Thon)

Diese Komposition (aus dem Jahr 2012) diente ursprünglich der Verarbeitung von Liebeskummer. In der Erkenntnis, das man sich in seinem ersehnten Gegenüber immens getäuscht hat und es längere Zeit nicht wahrhaben wollte muß es erst richtig „weh“ tun, bis man sich der Tatsache stellt.

In der für 2021 adaptierten Version wurde, neben der Überarbeitung der Komposition und der Hinzufügung eines Textes, auch der Inhalt erweitert. Hier geht es jetzt vor allem um den Wunsch, in jeder Begenung  – sei sie auch noch so negativ oder aggressiv – immer fähig zu sein, die hellen Seiten wahrnehmen zu können. Ein hehres Unterfangen … das sich aber lohnt!

FUCHSTHONE ORCHESTRA Photo by Steve Bauch

Photo by Steve Bauch

2) ICELAND III
(Komposition: Christina Fuchs)

Ein Re-Arrangement der Komposition ICELAND ganz im Sinne des Reloaded Konzeptes: neue Sounds, veränderte Schwerpunkte und SolistInnen geben dem Stück eine andere Erscheinungsform.

 

Christina Fuchs:

„Seit ich 2021 selbst in Island unterwegs war, auf einigen Gletschern herumgeklettert bin und field recordings gemacht habe, lässt mich das Thema nicht mehr los.“

3) THE BEAUTY – Part II
(Komposition: Caroline Thon)

Caroline Thon:

“ THE BEAUTY ist eigentlich der 2.Satz meiner 4-teiligen Suite HIGH FIDELITY OF MATERIALISM. Die Komposition ist eine Ode an die Natur und beschreibt das staunende Entzücken, zum Beispiel einen plätschernden Bach im Sonnenlicht erleben zu dürfen. Dazu erklingen Zitate des lateinischen Dichters Lucretius, die dessen Eternalismus aber in Frage stellen sollen.


Im Gegensatz dazu erklingt die Melodie einer Langlebenspraxis aus dem tibetischen Buddhismus, in der es um die Ausgewogenheit der fünf Elemente Wasser, Feuer, Erde, Luft und Eisen (Raum) geht.“

 

5-Elemente
Photo: File:Wuxing_fr.svg: Benoît Stella alias User:BenduKiwi derivative work: Ju gatsu mikka (^o^) appelez moi Ju (^o^), Wuxing de, CC BY-SA 3.0

4) SYRINX
(Komposition: Christina Fuchs)

Ein Re-Arrangement der Komposition SYRINX ganz im Sinne des Reloaded Konzeptes.

Vogelstimmentranskriptionen als vage Annäherung an einen Waldkathedralensound. Einzelne Vogel-, bzw. Instrumentalstimmen werden in einen harmonischen und rhythmischen Kontext gebracht, die aber letztlich immer Vorlage für Improvisationen sind.

5) LEDNESIP
(Komposition: Caroline Thon)

In dieser Komposition ließ sich Caroline Thon durch die ganz eigenen Klangfarben der Barockmusik inspirieren.

Ein Zeitgenosse des großen Komponisten Johann Sebastian Bach und zugleich der bekannteste Violinvirtuose des Spätbarock, Johann Georg Pisendel (1687 – 1755), hatte eine Violin-Sonate (in D-Dur) komponiert, deren zweiter Satz (Larghetto) die Jazz-Komponistin durch wunderschöne Melodien und eine ganz eigene Harmonik besonders verzauberte.

Ein ineinander verwobenes Melodiegeflecht entwickelt sich scheinbar immer weiter und machte die Identifizierung bestimmter Formteile obsolet. Der Zauber der Musik reisst einfach nicht ab.

Die Komposition „Lednesip“ ist eine Adaption des „Larghetto“ für zeitgenössisches Jazzorchester.

Franke from the collection by Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Georg Pisendel, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Photo:  Franke from the collection by Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Georg Pisendel, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
6) CONCLUSION
(Komposition: Caroline Thon)

Der ursprüngliche Part III „Conclusion“ aus der dreisätzigen Suite „The truth of J.P.S.?“ ist hier in dieser Version von der Komponistin zu einer eigenständigen Komposition weiter entwickelt und durch zusätzliche Klangfarben und Formteile eines zum Beispiel tangoesk unterlegten Bassklarinettensolos erweitert worden.

Statt eines gesungenen buddhistischen Zitats hat die Hauptmelodie hier nicht der Gesang sondern das Flügelhorn.

Auch setzt Caroline Thon auf harmonische Klangfarben und stringente Entwicklung der musikalischen Struktur. Ein augenzwinkerndes Zitat der Komponistin dazu:

„Ich glaube, ich habe gerade eine eher romantische Phase.“

FUCHSTHONE Komposition

Photo: Steve Bauch

7) MAMOIADA
(Komposition: Christina Fuchs)

Mamoiada ist ein Re-Arrangement der Komposition aus dem Programm RELOADED#1.

Mamoiada ist ein Ort in der Provinz Nuoro auf Sardinien. Von dort stammt der traditionelle Volkstanz „Passu Torrau“. In derselben Gegend ist auch eine Gesangstradition heimisch, die aus vier Tenören besteht.

Christina Fuchs:

„Das Stück ist von der Version „Passu Torrau“ des Quartetts „Tenore Gòine de Núgoro“ inspiriert. Da dieses Konzert ohne die elektronischen Einspielungen stattfand, habe ich die 4 Tenöre durch 4 Posaunen ersetzt.“

FUCHSTHONE RELOADED#3

Mit der Konzertreihe RELOADED# verfolgt das FUCHSTHONE ORCHESTRA in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Jazz und Aktuelle Musik / Stadtgarten Köln die konsequente Weiterbearbeitung ihrer Kompositionen in direktem Austausch mit dem Orchester.

Mediaecho:

„Neue Kompositionen, neue Klangfarben: Das FUCHSTHONE Orchestra hat seine Energien aufgefrischt und setzt seine Forschungsreise fort.
Wie ein „Orchestra in progress“ befinden sich die dirigierenden Leiterinnen im ständigen Prozess des Agierens und Reagierens…“

Horst Peter Koll

Kölner Stadtanzeiger

FUCHSTHONE RELOADED#2 (2021)

FUCHSTHONE RELOADED#2 (2021)

FUCHSTHONE RELOADED#2 (2021)

PROGRAMM

Mehrfach verschoben aufgrund der Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie findet das zweite Konzert der Reihe „FUCHSTHONE reloaded“ schließlich am 27. August 2021 statt. In diesem Konzert stehen besonders die elektronischen Tonkollagen unserer Soundkünstlerin Eva Pöpplein im Mittelpunkt.

Die Besetzung am 27.8. 2021 im Stadtgarten:

Caroline Thon, Christina Fuchs (composition, conduction, arrangement),
Martin Gasser, Julian Bossert, Francois Ribeaupierre, Benjamin Steil (saxes),
Christian Mehler, John-Denis Renken, Matthias Bergmann (trumpets),
Philipp Schittek, Matthias Schuller (trombones),
Wolf Schenk (basstrombone, tuba),
Zuzana Leharovà (violin),
Filippa Gojo (voice),
Laia Genc (piano),
Andreas Wahl (guitar),
Alex Morsey (bass),
Jens Düppe (drums),
Eva Pöpplein (electronics, live samples)

Für dieses Programm entwickelten Caroline Thon und Christina Fuchs ihre Kompositionen aus den Impressionen, die die elektronischen Klänge und Soundcollagen bei ihnen auslösten. Folglich erhält Eva Pöpplein solistisch besonders viel Raum bei den Stücken. Zudem wird das erste Mal mit Live-Samplings gearbeitet: akustische Klänge werden live nach dem improvisatorischen Prinzip verfremdet. Dies bedeutet eine neue Klangerfahrung für alle beteiligten Musiker, die live auf die verfremdeten Klänge reagieren müssen. Die dazu erforderlichen technischen Voraussetzungen wurden erfolgreich eingeführt und eröffnen weitere Klangexperimente, die noch lange nicht zu Ende gedacht sind.

Auch bei diesem Konzert wird wieder das Prinzip verfolgt, bereits bestehende Kompositionen weiterzuentwickeln, beziehungsweise Kompositionen aufzuführen, deren kompositorischer Prozess noch nicht abgeschlossen ist.

Folgende Stücke stehen auf dem Programm:

1) SUITE THE TRUTH OF J.P.S. – PART I-III
(Komposition: Caroline Thon)

Ein Appell, dem französischen Existentialisten Jean-Paul Sartre zu beweisen, dass er mit seinem negativen Blick auf den Menschen Unrecht hat!

PART I „Closed Society“
Angelehnt an das Bühnendrama „Geschlossene Gesellschaft“ wird die Auseinandersetzung und Bedrohung durch diesen negativen Blick vertont. Zu hören sind Zitate aus dem Bühnendrama des Hauptprotagonisten „Garcin“.

PART II „Naisser“
(Weiterentwicklung des 1.Entwurfs der Komposition „Naisser“)
Zunehmende Aggressionen äußern sich durch martialische Bläsersätze und ein rockiges Gitarrensolo. Dies gleicht einer Beschreibung, wie es ausgehen könnte, wenn Jean-Paul Sartre mit seinem pessimistischen Blick auf die Menschheit recht behalten sollte.

PART III „Conclusion“
Als klassischer Schlusssatz einer dreisätzigen Suite folgt ein langsamer Satz und es erklingt hier die Gegenposition. Nämlich wie es sein könnte, wenn wir uns auf folgende Worte des buddhistischen Meisters Dilgo Kyentse Rinpoche einlassen würden:

„Es ist unser Geist, der uns entweder fesselt oder befreit“.

Photo: AdobeStock 355673361

2) YVES.KLEIN.BLAU (IKB)
(Komposition: Christina Fuchs)

Yves Klein, der französische Konzeptkünstler, ist vor allem bekannt für seine monochromen Bilder, in denen er vornehmlich ein monochromes Ultramarinblau benutzte, das er sich schließlich unter der Bezeichnung „International Klein Blue“ patentieren ließ.

Der farbpsychologische Effekt dieses Blautons besteht in der Sogwirkung auf den Betrachter, der sich förmlich in das Bild hineingezogen fühlt… die Musik, die dazu entstanden ist, entfaltet dieselbe Wirkung.

Ein Zitat von Yves Klein kommt in dem Stück vor: Er beschwert sich darüber, dass die Vögel beim Herumfliegen Löcher in sein bestes Kunstwerk machen, nämlich in den wolkenfreien, blauen Himmel.

Photo by C.Fuchs

3) SUITE STRUCTURES I-VI
(Komposition: Christina Fuchs)

Die Komposition basiert auf sechs abstrakten Fotografien, die natürliche Strukturen abbilden. Dazu werden elektronische Sounds assoziiert und musikalische Strukturen komponiert.

Ganz im Sinne eines Gesamtkunstwerkes werden die Sounds und Assoziationskompositionen in die Form einer mehrteiligen Suite gebracht.

Photo by C.Fuchs

4) MAMOIADA
(Komposition: Christina Fuchs)

Mamoiada ist ein Ort in der Provinz Nuoro auf Sardinien. Von dort stammt der traditionelle Volkstanz „Passu Torrau“. In derselben Gegend ist auch eine Gesangstradition heimisch, die aus vier Tenören besteht.

Das Stück ist von der Version „Passu Torrau“ des Quartetts „Tenore Gòine de Núgoro“ inspiriert.

2016 hat Christina Fuchs dort den 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb „Scrivere in Jazz“ für Jazzorchestra gewonnen und ist auf diese Weise in Kontakt mit der Region gekommen.

Photo by C.Fuchs

FUCHSTHONE RELOADED#2

Mit der Konzertreihe RELOADED# verfolgt das FUCHSTHONE ORCHESTRA in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Jazz und Aktuelle Musik / Stadtgarten Köln die konsequente Weiterbearbeitung ihrer Kompositionen in direktem Austausch mit dem Orchester.

Pressestimmen:

„Das Fuchsthone Orchestra ist keine Repertoire Band, sondern eine live Band, die bei jedem Auftritt neue Musik vorstellt, bzw. vorhandene Stücke neu bearbeitet.“
Uwe Bräutigam

nrwjazz.net

Re: Immortal Beloved / BTHVN 2020

Re: Immortal Beloved / BTHVN 2020

Re: Immortal Beloved / BTHVN 2020

PROGRAMM

Anlässlich des Beethoven Festivals Bonn 2020 erhielten Caroline Thon und Christina Fuchs den Kompositionsauftrag, für das FUCHSTHONE ORCHESTRA Werke von Beethoven neu zu bearbeiten. Elemente aus Beethoven’s Symphonien und Streichquartetten wurden aufgegriffen, umgedeutet und zu etwas Neuem verwandelt. Das Konzert wurde als „Livestream“ direkt aus dem Kölner Stadtgarten gestreamt.

Die Besetzung am 4. Dezember 2020 im Stadtgarten:
Caroline Thon, Christina Fuchs (Komposition, Dirigat, Arrangement),
Roger Hanschel, Theresia Phillip, Martin Gasser, Jens Böckamp (Saxophone),
Matthias Schwengler, Matthias Knoop, Matthias Bergmann (Trompeten),
Philipp Schittek, Matthias Schuller (Posaunen),
Wolf Schenk ( Bassposaune, Tuba),
Zuzana Leharovà (Geige),
Filippa Gojo (Stimme),
Sebastian Scobel (Klavier),
Andreas Wahl (Gitarre),
Alex Morsey (Bass),
Jens Düppe (Schlagzeug),
Eva Pöpplein (Elektronik, Live-Samples)

Elektronische Sounds katapultieren in die Jetzt-Zeit und nebenbei stellt sich die Frage wie nahe der Pianist und Improvisator Ludwig von Beethoven dem wichtigen Element des Solisten in der aktuellen Jazzmusik war?

Folgende Stücke stehen auf dem Programm:

1) ENSUITE à MINEUR
(Komposition/Arr.: Christina Fuchs)

Basierend auf: Ludwig van Beethoven,
Streichquartett Nr.15, Opus 132 / Fragment
1. Satz Assai sostenuto

Opus 132 ist Beethovens zweitletztes Streichquartett und 2 Jahre vor seinem Tod entstanden, zu einer Zeit, als er sein Gehör bereits vollständig verloren hatte.

Christina Fuchs:

„Ich habe mich gefragt: wie mag es sich angefühlt/angehört haben, die Musik tief innerlich zu hören, äußerlich aber nur ein Zerrbild dessen, wenn überhaupt, wahrzunehmen? Verständlich all der Frust, die Wut und die Verzweiflung – faszinierend schön die Musik der inneren Landschaften.“

Decker, Johann Stephan (1783 - 1844), Beethoven 6, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Photo: Decker, Johann Stephan (1783 – 1844), Beethoven 6, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

2) SPURENSUCHE OPUS 13
(Komposition/Arr.: Caroline Thon)

Basierend auf: Ludwig van Beethoven,
Sonate für Klavier Nr. 8 c-Moll, op. 13, „Pathétique“
3. Satz, Allegro

In „Spurensuche“ bearbeitet Caroline Thon mit der „Klaviersonate Nr. 8, opus 13“ (1798) ein eher frühes Werk Beethovens, welches auffällig zwischen Kraftausbruch und Sensibilität changiert.

Die Motive – vor allem der Tutti-Teile – entstammen alle dem Ursprungswerk, nur erklingen sie entweder rhythmisch verdichtet oder verlangsamt und in zeitgenössischem, jazzharmonischen Kontext.

Breitkopf & Härtel, Beethoven piano sonata  B&H, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Photo: Breitkopf & Härtel, Beethoven piano sonata B&H, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

3) IMMORTAL BELOVED LOVELETTER
(Komposition/Arr.: Christina Fuchs)

Basierend auf: Ludwig van Beethoven:
Sinfonie Nr.7 Opus 92 / Fragment
2. Satz Allegretto

Christina Fuchs:

„Dieser langsame Satz ist so irrsinnig schön sehnsüchtelnd, dass ich ihn zum Loveletter an seine Immortal Beloved umgeschrieben habe (wer auch immer das gewesen sei: Giulietta, Therese, Amalie, Josephine, Dorothea, Antonie, Bettina? )

Myriaden von Forschern haben mit einigen abenteuerliche Theorien versucht, dieses Rätsel zu lösen, aber: vielleicht ist es ja auch so, dass der Weg das Ziel ist:

Es ist eine grosse, rhythmische Beharrlichkeit und Spannung in der Angelegenheit, aber auch eine gewisse Verzweiflung, denn er bekommt sie ja dann doch nie, die unsterbliche Geliebte…“

4) BEGEGNUNG NR.14, OPUS 131
(Komposition/Arr.: Caroline Thon)

Basierend auf: Ludwig van Beethoven:
Streichquartett Nr.14, Opus 131
1.Satz. Adagio, ma non troppo e molto expressivo

In „Begegnung Nr. 14“ wird die offene Form der Fuge des Ursprungswerks übernommen und das Anfangsmotiv des 1. Satzes zuerst im zeitgenössischem Jazzkontext eingebettet und dann eigenständig weitergeführt.

Um sich dem inneren Dilemma des zum Zeitpunkt des Entstehens schon vollkommen ertaubten Beethoven anzunähern, werden ein Zitat eines hämischen Kritikers anläßlich der Uraufführung dieses Streichquartetts Auszügen aus dem „Heiligenstätter Testament“ (1802), welches als sein geplanter Abschiedsbrief gilt, gegenübergestellt.

Mediaecho:

„Jazz-Premiere für Ludwig von Beethoven!
Kölner Musiker und Komponisten überzeugen mit starkem Festival-Beitrag…“

Horst Peter Koll

Kölner Stadtanzeiger

FUCHSTHONE RELOADED#1 (2020)

FUCHSTHONE RELOADED#1 (2020)

FUCHSTHONE RELOADED#1 (2020)

PROGRAMM

Am 10. September 2020 startete das FUCHSTHONE ORCHESTRA unter dem Titel „FUCHSTHONE RELOADED#1″ seine regelmäßige Konzertreihe im „Europäischen Zentrum für Jazz und improvisierte Musik“, Stadtgarten/Köln.

Die Besetzung:

Caroline Thon, Christina Fuchs (composition, conduction, arrangement),
Roger Hanschel, Tobias Haug, Matthew Halpin, Benjamin Steil (saxes),
Christian Mehler, Marvin Frey, Matthias Knoop (trumpets),
Philipp Schittek, Matthias Schuller (trombones),
Wolf Schenk (basstrombone, tuba),
Zuzana Leharovà (violin),
Filippa Gojo (vocal),
Lars Duppler (piano),
Andreas Wahl (guitar),
Alex Morsey (bass),
Jens Düppe (drums),
Eva Pöpplein (electronics, live samples)

Durch die Corona bedingten Schließungen und Auflagen für Konzertveranstaltungen finden diese Programm-Konzerte erst knapp ein Jahr nach den gefeierten Premierenkonzerten statt. Diesen Zeitraum nutzen Christina Fuchs und Caroline Thon zum Schreiben neuer Kompositionen für das Orchester. Dabei vertiefen sie die Möglichkeiten eines „Solistenensembles“ weiter, als welches sich das FUCHSTHONE ORCHESTRA inzwischen begreift.

In allen Kompositionen wird den SolistInnen viel Freiraum zum Improvisieren eingeräumt, bis hin zu Kollektivimprovisationen in ausgesuchten Instrumenten-Kombinationen des Ensembles. Außerdem werden Kompositionen aus dem Premierenprogramm weitergeschrieben sowie Werke vorgestellt, deren kompositorischer Prozess bewusst noch nicht abgeschlossen wurde, um den Input durch die konzertante Aufführung wiederum in die weiter zu schreibende Komposition einfließenzulassen.

Eine besondere Herausforderung bei diesen Konzertterminen ist der durch die Hygienevorschriften einzuhaltende Mindestabstand der MusikerInnen zusätzlich zu den Trennwänden, die das gegenseitige Hören extrem erschweren. Infolge der größeren Abstände muss, wiederum aus Platzgründen, die Besetzung reduziert werden. Ein zusätzliches Re-Arrangieren der Kompositionen wird damit notwendig.

Folgende Stücke stehen auf dem Programm:

1) THERE
(Komposition: Caroline Thon)

Ein Stück über das „Ankommen“, sowohl im Sinne von „nach Hause kommen“ als auch „bei sich selbst ankommen“.

Ein Zitat aus Pierre Boulez‘ „Leitlinien“ beschreibt, was es zu bewältigen gilt wenn ungewöhnliche Klänge in herkömmliche Klangstrukturen eingebettet werden wollen:

„Der Einfluß von Außenvektoren vollzieht sich auf zweierlei Art: indirekt, wenn der Beitrag von außen nicht dazu bestimmt ist, sich dem Werk real einzugliedern; direkt, wenn man absichtsvoll ein anderes Ausdrucksmittel, das autonom zu sein vermag, mit der Musik verschmelzen will.“

Es geht also um gleichberechtigte, nebeneinder bestehende aber artfremde Klangereignisse oder um deren Verschmelzung

2) NAISSER SEEMS TO BE …
(Komposition: Caroline Thon)

Ein Wortspiel mit dem englischen Begriff „to be nice“; die Umschrift bezieht sich auf den Ort „Nairs“ im Unterengadin, wo die Komposition während eines Stipendienaufenthaltes entstanden ist.

3) ICELAND II – DOOMSDAY – CORONAKOLLER
(Komposition: Christina Fuchs)

Eine aktualisierte und rearrangierte Version von ICELAND und mit den Teilen DOOMSDAY- CORONAKOLLER fortgeschrieben. Es ist eine Abbildung des Status quo im Jahr 2020:
Die Gletscher schmelzen weiter ab, schneller als je zuvor, doch die Klimaproblematik ist in den Hintergrund geraten, die Politik reagiert zu langsam, wirtschaftliche Interessen behalten letztlich global die Oberhand.

Christina Fuchs:

„Deshalb habe ich in ICELAND II dem Grundtenor eine andere Dringlichkeit gegeben, es verdichtet, die Tempi schneller- und den Grundton der Sounds aggressiver gemacht.“

„This is an emergency!“ ist das Ganze überschrieben, eine Alarmbereitschaft soll entstehen und sich übertragen.

4) KHO BA
(Komposition: Caroline Thon)

„Kho Ba“ (korrekt geschrieben Khor Ba) ist der tibetische Begriff für „Samsara“. In dieser Komposition geht es um Vergänglichkeit und den immerwährenden Kreislauf von Geburt, Alter, Krankheit und Tod.
Im weiteren Sinne ist es auch eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation bedingt durch die Pandemie.

5) SYRINX
(Komposition: Christina Fuchs)

Christina Fuchs:

„Diese Komposition ist im Corona-Lockdown-Frühling von 2020 bei meinen regelmäßigen Spaziergängen im Wald entstanden. Dabei habe ich die Vögel an bestimmten Orten immer wieder gehört und sozusagen „besucht“.
Der Gesang variiert erstaunlich, auch Vögel haben eine Tagesform und die Vielfalt der Gesänge ist riesig: manche Vögel haben scheinbar unendliche Variationen im Repertoire, mache können immer nur eine bestimmte Abfolge wiederholen, mache „quatschen“ ohne Pause, andere sind sparsamer.“

Allen gemeinsam ist die Syrinx, der Stimmapparat, der für den Gesang verantwortlich ist. Nicht grösser als eine Linse, zusammengesetzt aus einem Dutzend Knochenringen sowie zwei Dutzend Muskeln. Die Stimmlippen können sich bis zu 200-mal pro Sekunde zusammenziehen, stimmliche Präzisionsarbeit.

Menschliche Stimmapparate können da kaum mithalten, deshalb sind die Vogelstimmentranskriptionen auch nur vage Annäherungen. Einzelne Vogel-, bzw Instrumentalstimmen werden in einen harmonischen und rhythmischen Kontext gebracht, die aber letztlich Vorlage für Improvisationen sind.

F.E. Beddard (1858-1925), Syrinx Bucerotidae, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Photo: F.E. Beddard (1858-1925), Syrinx Bucerotidae, als gemeinfrei gekennzeichnet,
Details auf Wikimedia Commons
6) MAMOIADA
(Komposition: Christina Fuchs)

Mamoiada ist ein Ort in der Provinz Nuoro auf Sardinien. Von dort stammt der traditionelle Volkstanz „Passu Torrau“. Aus derselben Gegend stammt auch eine A-capella-Gesangstradition, die aus vier Tenören besteht.

Das Stück ist von der Version „Passu Torrau“ des Quartetts „Tenore Gòine de Núgoro“ inspiriert.

2016 hat Christina Fuchs dort den 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb „Scrivere in Jazz“ für Jazzorchestra gewonnen und ist auf diese Weise in Kontakt mit der Region gekommen.

FUCHSTHONE ORCHESTRA RELOADED#1

Mit der Konzertreihe RELOADED# verfolgt das FUCHSTHONE ORCHESTRA in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Jazz und Aktuelle Musik / Stadtgarten Köln die konsequente Weiterbearbeitung ihrer Kompositionen in direktem Austausch mit dem Orchester.

Pressestimmen:

„Endlich aufwachen und wieder spielen: Das Fuchsthone-Orchestra ließ in Düsseldorf und Dinslaken die Corona-Zwangspause hinter sich … Die nachgeholten Auftritte fühlten sich wie das Aufwachen aus einem bösen Traum an. Das befreite Spiel dieses Kollektivs aus Musikerinnen und Musikern unter der Doppel-Leitung von Caroline Thon und Christina Fuchs war wieder hör- und fühlbare Realität geworden.“

Stefan Pieper

www.jazzzeitung.de

„Landschaftsbilder entstanden beim Konzert in Dinslaken….“

Bettina Schack

Neue Ruhr Zeitung

„Christina Fuchs und Caroline Thon eröffneten in der Aula des Gustav-Heinemann-Schulzentrums die neue Jazz-Saison in Dinslaken…“

Rheinische Post Online

RP Online

„Der Kreis des Lebens schließt sich … Sich mit so vielen Instrumenten und Klangfarben auf starke Ideen zu fokussieren und nie in Labyrinthe abzudriften, das ist das Kapital des Fuchsthone-Orchestras, dessen Potenziale von Christina Fuchs und Caroline Thon in verblüffend stringente Richtungen gelenkt werden. So geht bildhaftes „Musik-Theater“!“

Stefan Pieper

nrwjazz.net

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